Die Reduit-Strategie
Vor 10 Jahren noch Top-Secret, werden heute
(2006) ganze Touristenströme durch die in die Schweizer Berge getriebenen
Militäranlagen geführt. Diese Militäranlagen umfassen ganze Kleinstadtstrukturen mit Energieversorgung, Wasserversorgung,
Verwaltung, Krankenhaus und sogar Leichenhallen etc.pp. - selbstverständlich alles nur für die Elite der Regierung und
Militärs. Die Zivilbevölkerung kann selber schauen, wo sie bleibt.
Übrigens, auch so ein herrlicher Seitenhieb im Film:
"Und die anderen Menschen?"
"[SEHR verwundert] Welche anderen?"
"Die, die in ihren Häusern zurück gelassen worden wären."
"Diiiiieeeeeee hätten das fremde Regime... [fahrige Handbewegung]... unterwandert..."
"Genial!"
Trotzdem, der Reduit-Gedanke ist nach wie vor sehr lebendig in den Köpfen der Schweizer - und sehr beliebtes Argument,
um die Einzigartigkeit, Leistungsfähigkeit und naturgegebene Genialität der Schweizer zu untermauern!
Aus dem "Schweizerischen
Bundesarchiv" - Zitat:
«
General Guisan, der Zweite Weltkrieg und das Reduit
Hintergründe
General Guisan genoss bei den Soldaten und in der Bevölkerung weit über das Kriegsende hinaus eine enorme Popularität.
So hing sein Porträt in unzähligen Schweizer Amts- und auch in privaten Stuben. 1939 wurde Henri Guisan von der
Vereinigten Bundesversammlung zum General und damit zum Oberbefehlshaber der Schweizer Armee gewählt. Der Rütlirapport von
1940 wurde zum Inbegriff des Widerstandswillens des Schweizer Volkes und liess Guisan zum Sinnbild dafür werden. Damals
verkündete der General die Reduit-Strategie, die bedeutete, dass die Verteidigungsplanung auf den Alpenraum konzentriert
wurde. Allerdings belegen kritische Forschungen seit längerem riskante Geheimabmachungen des Generals mit der
französischen Seite, und die Reduit-Strategie war schon während des Kriegs nicht unumstritten. Da die Schweiz das Amt des
Generals nur in Kriegszeiten kennt, trat Guisan nach dem Tag der Waffenruhe am 8. Mai 1945 zurück.
Ob und wann die deutsche Wehrmacht die Schweiz wirklich angreifen wollte und warum sie es nicht tat, darüber gehen die
Meinungen in der Fachwelt auseinander. Entsprechende Planskizzen existierten, und der schweizerische Generalstab ging in
seinen Verteidigungsplänen von einer ernsthaften Bedrohung aus. Hierfür stützte er sich auch auf Informationen, die der
militärische Nachrichtendienst beschaffte.
»
General Guisan geniesst auch heute noch eine ungeheure Popularität - zumindest bei Schweizern ab etwa meiner Generation
<g>. Kritik darf nur sehr, sehr leise und dosiert angebracht werden.
Eigentlich gehörte er lebenslänglich nach
Sibirien verbannt, schlicht und einfach, weil er während des 2. Weltkrieges der
Schweizer Justiz die Hölle so heiss gemacht hat, dass diese mehrere Personen (wegen Spionage) zum Tode verurteilt hat. Die
Urteile wurden dann von "Freiwilligen" der Schweizer Armee vollzogen... teils unter mehr als schäbigen
Bedingungen.
Das ungeheure daran ist, dass die Schweizer Rechtsprechung damals in jenen Kantonen - das Strafgesetz war vor 1942 kantonal
individuell geregelt - die Todesstrafe gar nicht mehr enthielt! Das muss man sich jetzt mal ganz genüsslich reintun: Zum
Tode verurteilt, obwohl im Gesetz gar keine Todesstrafe existiert... Ausser im Kriegszustand unter Kriegsrecht, da kennt
auch die Schweiz die Todesstrafe. Nuuuuur... und jetzt wird's wirklich genüsslich... obwohl rund herum der heftigste Krieg
seit Menschengedenken tobte und die Schweiz auch mobil gemacht hat, war die Schweiz während des 2. Weltkrieges gar nie im
Kriegszustand... keiner hat der Schweiz den Krieg erklärt, und auch die Schweiz hat niemandem den Krieg erklärt... und es
galt auch zwischen 1939 und 1945 Zivilrecht in der Schweiz - ergänzt durch ein Notstandsrecht, das allerdings, notabene,
auch keine Todesstrafe kannte!!!
Ehrlich gesagt hat das Reduit auch gar nix damit zu tun, dass Hitler die Schweiz nicht angegriffen hat!!! Hitler hat sich
nur Napoleons Schlacht-Notizen von der Beresina angeschaut... 1'300 Schweizer nehmen's 40'000 Russen auf... kein Wunder, hat
selbst Hitler einen grossen Bogen um die Schweiz gemacht!
Man darf sich schon drauf freuen, wenn im Film "Beresina oder Die letzten Tage der Schweiz" der Alt-Divisionär
Sturzenegger so dahinschmilzt, wenn Irina bei der Besichtigung des Reduits das Lied "Luegid vo Bärge u Tal"
anstimmt, dass
er vor lauter Begeisterung die Tarntore der im Berg versteckten Kanone öffnet - und so das Reduit zum Schalltrichter für
ein russisches Callgirl avanciert.... GENIAAAAAL!!!!
Hmmmm.... Hitler hätt's vielleicht auch besser mit Sex versucht, statt mit Waffen ;-))
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